Terror und die Zigarette – wie Risiken unsere Gedanken kollonialisieren (können)

​“Alles was wir wissen, wissen wir aus den Massenmedien“, so das sinngemäße Zitat von Niklas #Luhmann. Auch den Terrorismus kennen wir „von dort. Die Möglichkeit von einer Leiter zu fallen oder an Krebs zu erkranken wird medial selten so dramatisch präsentiert, wie der „weltweite Terror“.
So sitzen wir mir Bier und Zigaretten rauchend vor dem Handy, Fernseher oder sonstigen Bildschirmen um von Anschlägen und djihadistischen Tätern zu hören…
Wenn es gar kein Moslem war, kann immernoch behauptet werden ein falscher Tweet oder ein unseriöser Beitaf in Facebook wären die Grundlage der Behauptung gewesen. Kein Problem, andere reden ja auch von Lügenpresse und so. Wem soll man denn noch trauen außer dem eigenen psychischen System, das ab sich selbst anschließt.
Der terroristischen Gefahr trauen viele Menschen. Dass es sie selbst treffen wird ist sehr unwahrscheinlich, aber wenn schon so viele Tote in den Medien „auftauchen“ ist es naheliegend sich selbst in diese Rolle einzufügen, die gewalttätige Kommunikation weiterzutreiben.
Das Gegenteil, den Terror abzuschütteln und von der eigenen Katze, dem eigenen Garten usw zu berichten würde die gesellschaftliche Kommunikation dahin bringen, wohin Terror gehört, an den Rand der Gesellschaft.
Terrorismus als „parasitäres Konfliktsytem“ versucht die Risiken der „Risikogesellschaft“ (Beck) auf den IS und andere Terrororganisationen zu fokussieren. Daher sollten „wir Ungläubigen“ lieber stricken und Wäsche waschen anstatt diesen terroristischen Konflikt in die Mitte der Gesellschaft zu bringen.
Dort gehört er , trotz aller Irrational nicht hin. Die vielschichtige Gesellschaft hat viele Herausforderungen, unsere Mediennutzung ist eine davon. 
Der Terror kann eine komplexe Gesellschaft nicht stoppen, nur das Problem, dass eine Gesellschaft sich die Agenda aufdrücken lässt, kann als ein Problem anerkannt werden. Trotzdem, machen wir weiter. Irgendein Risiko ist immer da….

Seien wir doch mal (politisch) ehrlich…

Vor einigen Jahren kursierte ein Tweet im Internet der sinngemäß behauptete „Political Communication means lying“. Mit Frau Hinz scheint hier wirklich ein Fall „aufzuschlagen“ für den dieser Tweet 30 Jahre lang zutraf. Die Beispiele von zu Gutenberg und anderen Politikern scheinen der These recht zu geben.
Trotzdem scheint diese These nicht auszureichen. Niklas Luhmann kodiert das politische System nach Macht und Ohnmacht als Leitunterscheidung nach der dann auch alle Dialoge und „Selbstreingungsprozess ausgerichtet werden.“ Es gibt also eine Systemebene, die das Agieren der einzelnen Politiker immer wieder zwingt gewisse Eigenschaften einzubringen, oder eben vorzutäuschen.
Ob wir glauben, dass das politische System ehrlich sei oder nicht, ist nach Luhmann übrigens nicht die Frage des politischen Systems sondern von „moralisierenden Beobachtern“ die ihre Perspektive in das politische System einspielen wollen (ohne deren Eigenlogik zu kennen).

Der Brexit und die politische Kommunikation

Nun ist passiert, was sich viele politische Verantwortungsträger in Brüssel und den nationalen Regierungen nicht vorstellen konnten. Der Brexit. Es gibt einen Ausweg aus der EU – und die EU kann nichts dagegen tun.

Was bedeutet diese Exit-Entscheidung?
Zuerst einmal ist es ein Bruch mit der bisherigen Kommunikation der EU. Sie fühlte sich so oft missverstanden, nun zeigt sich, dass die Mehrheit der Briten in dem Missverstehen keinen weiteren Gesprächsbedarf sondern eine Abkehr sieht.

Im Sinne der politischen Kommunikation ist das Schweigen oder der Bruch eines Dialogs (egal in welchem sozialen Medium) sicher die Höchststrafe für eine gescheiterte Kommunikationsstrategie. Das Erklären der Vorteile der EU wird durch die Debattenstruktur in sozialen Netzwerken sicher noch herausfordernder. Die EU muss etwas im Bewegtbild viel präziser ihren Mehrwert kommunizieren. Wenn die EU ihre friedlichen Eigenschaften kommunizieren will muss Sie dafür eine neue Bildsprache und eine breitere Kampagne arrangieren.

Was kann die EU besser machen?
Zuerst hat die EU das große Glück, dass etwa die Schotten ihre Abkehr von England mit der EU Bindung verknüpfen wollen. Hier votierten die Menschen mehrheitlich gegen den Brexit.
Abgesehen davon muss die EU näher an die nationalen Bevölkerungen heran. Die Verhandlungen für TTIP und die Tirade vom „friedlichen Europa“ dem die blinde Gefolgschaft gebührt muss aktualisiert werden. Insbesondere weil die sozialen Medien die EU zwingen werden „klare politische Mehrwerte des gemeinsamen Europas“ offen zu kommunizieren. Gerade die Griechen haben in sozialen Medien deutlich gemacht, wie sehr sie die EU (und Deutschlands Führungsrolle) kritisieren. Die Flüchtlingspolitik wiederum ist in den sozialen Medien zu einer Frage von Erdogans Presseerklärungen verkommen. Viele Menschen in Deutschland haben die flüchtenden Menschen aus dem Fokus verloren.

Was tun (im Sinne der politischen Kommunikation)?
Die EU muss die digitale Revolution in ihren politischen Entscheidungsprozessen stärker berücksichtigen. Europäisierungsprozesse sind danach zu bewerten, ob nationale Bevölkerungen diese überhaupt wollen. Es gibt viele Fragen, in denen Europaweite Petitionen zeigen, wie sehr die EU an den Realitäten der Bürger vorbei kommuniziert. Aus Sicht der politischen Kommunikation muss die EU in den nationalen Diskursen stärker ankommen. Die Rückkopplung an die eigentlichen Souveräne, die Nationalstaaten und ihre Bevölkerungen ist die zentrale Herausforderung. Erst dann kann die EU auch wieder politische Mehrwerte liefern, wenn Sie „bevor ihre Kommunikationsinhalte zurechtgebastelt wurden“ ZUHÖRT, was die Menschen von der EU erwarten. Dies könnte auch als europaweite Umfrage umgesetzt werden, über Facebook, Twitter und weiteren sozialen Medien.

Internationale Konzerne oder die UEFA schaffen das auch! So kann der Brexit auch etwas Gutes bringen (neben der Tatsache, dass die britischen Fußballer zur Zeit sehr erfolgreich sind).

http://www.politik-kommunikation.de/ressorts/artikel/briten-senden-schockwellen-durch-europa-615143691

Politische Kommunikation baut um

Dieser Blog besteht seit 2010 und begann mit der Idee politische Kommunikation und Systemtheoretisches Kommunikationsverständnis zu kommunizieren.

In den 5,5 Jahren wurden einige Projekte im Social Media Bereich realisiert, die nun auch in diesem Blog dokumentiert werden. Daher wird die Menüstruktur und die darunterliegenden Seiten komplett überarbeitet. Es kann also sein, dass die ein oder andere Seite nicht gefüllt sein könnte.

Weitere Updates werden folgen… insbesondere über facebook.com/polkomm

 

Hessischer Landtag muss wieder auf Facebook kommunizieren!

Politische Kommunikation heißt auch, politische Gremien wie Landtage aufzufordern und zu unterstützen soziale Medien, wie Facebook und Youtube, in ihre Kommunikation mit aufzunehmen. Im Sinne eines möglichst breiten politischen Angebots an die Bevölkerung. Daher habe ich auf den Beitrag des Hamburger Wahlbeobachters reagiert. wie in den Kommentaren zu lesen ist.

Zurecht wird darauf hingewiesen, dass in einem Brief an den hessischen Landtag dazu aufgefordert werden müsse, das Parlament zurück zu Facebook zu bringen. Sie ist absolut richtig und Weiterlesen

Politische Kommunikation studieren: Eine aktuelle Übersicht von NapoKo

Das Nachwuchsnetzwerk politische Kommunikation NapoKo hat die Studiengänge im In- und Ausland zu politischer Kommunikation zusammengestellt. Insgesamt wächst die Professionalisierung und damit auch das akademische Ausbildungsangebot im Bereich der Politikvermittlung konstant an. http://napoko.de/?page_id=871

Politisches auf Facebook und Twitter

Es ist selten, dass Media biases und Filter bubbles in den großen Medienhäusern thematisiert werden. Der Artikel zeigt, wie wichtig kommunikatives Verhalten für die politische Meinungsbildung ist.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass politische Meinungsbildung über Twitter und Facebook immer die politische Meinung des Nutzers über Newsfeedselektion und Marketing „mitdenkt“. Das thematische Framing der Social Media Nutzer ist im Durchschnitt Weiterlesen