Was würde Schlumpfine dazu sagen?

Wirkungsforschung ist durch die Individualisierung und Verbreiterung moderner Medienangebote in Ihrer Komplexität gewachsen. Wirkungen direkt zuzurechnen ist daher unmöglich. Zweifelsfrei ist aber, dass Fernsehkonsum auf individuelle Rollenvorstellungen Einfluss nimmt. Wie weit diese Wirkung geht ist umstritten. Einige Aspekte:

„Soldier of Fortune“ und Schlank bis in den Tod

Die Debatten um Killerspiele und die „Vereinzelung“ von Internetnutzern durch die vertiefte Beschäftigung, etwa mit fundamentalistischen Ideologien und gesundheitsgefährdenden Körpervorstellungen wurde in den Massenmedien, insbesondere nach Amokläufen und Anschlagsversuchen, immer wieder diskutiert. Die transportierten Rollenbilder zu hinterfragen und sich „selbst bewußt“ von konsumierten Medieninhalten abzugrenzen gelingt aber etwa vielen Spielern von Gewaltspielen in jedem Fall. Soziale Kriterien, wie Schwierigkeiten und Anerkennungsprobleme im Freundeskreis und Elternhaus spielen für individuelle Radikalisierung eine wichtige Rolle neben Medienkonsumgewohnheiten.

„Schlumpfinen“ als massenmediale Realität 

Zwei österreichische Studien zeigen, dass Rollenbilder in Fernsehsendungen geneigt sind, weiße Männer besonders positiv und bestimmend in ihren Rollen darzustellen. Das sogenannte Schlumpfine-Prinzip befragt daher entgegengesetzt welche Rolle eigentlich Frauen in Serien spielen. Häufig treten wesentlich weniger weibliche Protagonistinnen auf, deren Gespräche wiederum auf Männer zentrieren. Die Männerrolle wird damit wiederum nachhaltig gestärkt so einige der Ergebnisse der Studie. Gleichzeitig wird kritisiert, dass Gegenentwürfe mit dominanten Frauenrollen im Fernsehen meist abgewertet werden.

Sozialisiation und männerdominierte Medienbranche

Noch fehlen breite Untersuchungen, um diese Diskriminierung von Frauenrollen in Fernseh- und Kinofilmen im Kontext neuer Internetangebote genauer zu beschreiben. Dass die Medienbranche, wie der Großteil internationaler Unternehmen von Männern dominiert wird, lässt sich nicht bestreiten. In wie weit sich diese Entscheiderstruktur in Rollenbildern wiederspiegelt bleibt offen, ob sie nachhaltig die Sozialisiation beeinflussen ebenfalls. Sicher ist aber, dass sich Medienangebote immer schneller an Zielgruppeninteressen anpassen. In diesem Sinn würde Schlumpfine wahrscheinlich „weiterzappen“ empfehlen.

Artikel über das Schlumpfine-Prinzip
Artikel über Studie zu Fernsehkonsum und Selbstwertgefühl

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