Soziale Onlinenetzwerke – von „Freundschaft“ bis „was ich sonst so von mir zeige..“

Freundschaft ist laut Duden ein „auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander“. Im persönlichen Umgang von Menschen bauen sich Freundschaften meist erst langsam auf. Kommunikation ist notwendig um sich „kennen zu lernen“ – mit all den Mißverständnissen und Übereinstimmungen, die das mit sich bringt. Vertrauen wird durch Erfahrungen aufgebaut, bestätigt, in Frage gestellt, etc.

Das Internet liefert viel… auch Freundschaft?
„Freundschaften“ Im Internet basieren auf anderen Grundlagen. Zunächst sind Internetnutzer mehr oder weniger freizügig mit ihren persönlichen Daten. Ist es nun der Name des oder der Unbekannten oder ein Alias: Google führt eventuell zu weiteren Bildern, Videos und Profilen des Kontakts. Durch die Bildersuche von Google ist es zudem  möglich gleiche Bilder auf verschiedenen Seiten zu finden. So kann teilweise von einem Alias auf echte Namen geschlossen werden. Eine große Gefahr für die Privatsphäre im Internet –  aber in der politischen Diskussion kaum als solche erkannt.

Die „Informationsgrundlage für Freundschaft“ bilden Suchmaschinen
Die Logik von Google ist einfach, alles was Google-Robots „crawlen“ und auslesen können wird auch auffindbar sein. Wer also in sozialen Netzwerken Freundschaften pflegt, sollte darauf achten, dass Google und andere Suchmaschinen diese Daten nicht auslesen dürfen. Veröffentlichte Daten im Nachhinein noch „einzufangen“ ist schwierig.

Soziale Netzwerke mit Profil – für alle meine „Freunde“ und „Kontakte“

Facebook, Xing, StudiVZ,… es gibt viele sozialen Netzwerke, die mit (ausführlichen) privaten Profilen arbeiten. Da soziale Online-Netzwerke von „Vernetzung“ und Interaktion leben, haben sie ein vitales Interesse an öffentlichen privaten Daten. Dies haben Sie mit Google gemeinsam: Man möchte möglichst viel über den Nutzer wissen. Je nach Ausrichtung des Netzwerks werden kann man „Freunde hinzufügen“ oder „Kontakte finden“. Die zweite Beschreibung scheint häufig angebrachter, oft ist einfach nicht sicher, ob ein neuer Kontakt wirklich ein Freund sein (oder werden) kann.

Über das „Erkämpfen“ von Privatsphäre
Jede Information, die dem eigenen Profil in sozialen Netzwerken im Internet hinterlegt wird,  sollte auf ihre „Schützenswürdigkeit“ geprüft werden. Meist heißt dies,  die Privatsphäre Einstellungen anpassen zu müssen. Schon häufiger wurde politisch diskutiert, alle Informationen zunächst privat erscheinen zu lassen und „veröffentlichen zu müssen.“ So, wie es zwischenmenschlich auch ist und man Freunden Informationen über sich „offenbart“. Es ist festzustellen, dass diese politischen Wünsche im wirtschaftlichen Kontext kaum Wirkung entfalten. Im Internet ist es möglich, viele Informationen über „Zielpersonen“ zu finden, ohne die Person selbst im Chat, telefonisch oder persönlich kennen zu müssen.

Unter diesen Bedingungen „Freundschaft“? Einige Abstufungen sind möglich…
Je nach Kenntnis über die „Gegebenheiten des Internets“ entscheiden Nutzer über Ihre Freundschaften. Zunächst bieten soziale Netzwerke immer die Möglichkeit jemanden „hinzuzufügen“ zum eigenen Netzwerk. Häufig ist dies aber nicht die einzige Entscheidung des Hinzufügenden. Komplexe und teilweise undurchsichtige Regulierungsmöglichkeiten geben dem Nutzer die Chance, Personen verschiedene Informationen, der zuvor als privat definierten Informationen, nochmals vorzuenthalten.

Von Freundeskreisen und -listen – „Geheimnisse für Freunde“?
Verschiedene Konzepte liegen vor, um die Informationsweitergabe in verschiedene Freundeskreise in sozialen Onlinenetzwerken zu steuern. Google+ hat mit „Circles“ ein sehr intuitives Modell geschaffen, in dem Informationen in die Freundeskreise „abgelegt“ werden. Facebook hat – wie oft auch unterstellt wird bewußt – keine klaren Privatsphäreübersichten. Verschiedene „Rechtebereiche“ zu Bildern und Nachrichten sowie Freundeslisten in denen Freunde gruppiert werden müssen, prägen die Struktur des größten Onlinenetzwerks der Welt. Hinzu kommen Aktualisierungen an der Struktur, die ein „dauerndes Mitlernen“ der Nutzer obligatorisch machen.

Über die Facebook-Freundschaft und offene Fragen
Im Gegensatz zur „realen“ Freundschaft sind Freundschaften in Onlinenetzwerken stark von dem Wissen um Privatsphäre abhängig. Manch einer ist „viel freundlicher zu Fremden“, als er es „in Wirklichkeit“ gern wäre. Sehr interessant sind daher die Strategien der Nutzung von sozialen Onlinenetzwerken. Manche Profile geben keine Informationen an Fremde. Einige lassen über die Anzahl ihrer Freunde Rückschlüsse darüber zu, wie „schwer“ es sein könnte, ein „Hinzufügen“ zum Profilnetzwerk zu erreichen. Gleichzeitig lassen sich keine Rückschlüsse ziehen, ob alle Informationen des „Freundes“ sichtbar werden, wenn man denn in einer der Freundeskreise und -listen auftaucht. So bleiben viele Vorbehalte, ob sich der andere auch wirklich „offen“ gegenüber dem „neuen Freund“ zeigt.

„Und wie verwaltest Du Deine Facebook-Freunde?“
Die Art der Erklärungen, wie Nutzer ihre Freundschaften in sozialen Onlinenetzwerken managen, deckt einen großen „Entscheidungsraum“ ab. Werden damit doch viele der oben genannten Punkte indirekt mit entschieden. Wirklich spannend sind Phänome, in denen ein „Zurückstufen“ eines Freundes in einer Freundesliste moniert, oder im „schlimmsten Fall“ das Löschen oder Ignorieren des früheren Freundes bemerkt wird. Auffassungen, dass der Entzug der Onlinenetzwerk-Freundschaft auch das reale Freundschaftsverhältnis massiv trüben müsse, zeigen, wie stark manche Nutzer sich in ihren sozialen Onlinenetzwerken orientieren. Dass Googleergebnisse vielleicht schon viele ihrer privaten Informationen bereithalten, unabhängig von den sozialen Onlinenetzwerken, scheinen viele dieser Nutzer nicht immer überblicken zu können.

Facebook-Freundschaften – eine unnötige Verengung der Perspektive?
In jedem Fall wird häufig das Enden einer Freundschaft bei Facebook kritischer bewertet, als es faktisch ist. Das Senden von Nachrichten sowie telefonische und weitere Kontaktmöglichkeiten stehen meist offen. Erreichbarkeit von potentiellen Freunden ist für „Digital Natives“ meist problemlos möglich. Das (angenommene) „Sehen und Gesehen werden“ in der Facebook Community beeinflusst aber nachweislich das Verhalten der Nutzer. Die Verengung der Perspektive auf Facebook-Freundschaften sollte daher überdacht werden. Denn, ob man sich „wirklich“ versteht oder nicht, wird in Medien, wie Facebook nicht unbedingt wahrscheinlicher.

„Facebookst“ du noch oder lebst du schon?
Die Schwierigkeiten liegen in der zwischenmenschlichen Kommunikation begründet, die in Chats allgemein schwieriger, weil nur textbasiert abläuft, als etwa am Telefon, in Skype (Telefonie – ggf mit Video) oder eben persönlich. Hinzu kommt, dass Freundschaften  man ja eigentlich „gelebt werden“ und nicht über die „F5-Taste“ der „Facebook-Realität „aktualisiert werden, wenn Sie das eigene Leben und Handeln wirklich beeinflussen sollen. Die genannten Anforderungen an Privatsphäre-Schutz machen dieses „Verständigungsproblem“ in Onlinenetzwerken in jedem Fall nicht kleiner, sondern geben weitere Fragestellungen für Facebook-Freundschaften vor…

Facebook-Sicherheitseinstellungen im Video – um nicht mit „aller Welt“ befreundet zu sein


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