Welcher Wahlkampf für Europa?

Die Wahllokale haben noch nicht geschlossen, da sind die ersten Parteien schon dabei Ihre Wahlplakate (oder das, was davon übrig ist) abzubauen. Es wurde viel plakatiert in diesem Jahr. Von Parteien, wie der AFD oder den REP auch mehr, als sie nach Ihrem Stimmenanteil eigentlich plakatieren durften.

Der Europawahlkampf der heute zu Ende geht, war beladen von nationalistischen Perspektiven. Die Leistungen Europas wurden nur sehr selten deutlich vermittelt. Auf Plakaten gelang es kaum, auf Youtube schon. Gemeinsamer Klimaschutz und die Abschaffung von Roaming-Gebühren, all das kam im finanziellen Verteilungskampf schwer unter die Räder. In Deutschland hat die Frage nach einem „deutschen“ Kommissionspräsidenten europäische Perspektiven häufig erschlagen.

Natürlich sind Plakate eine wichtige Basis zur Vermittlung politischer Botschaften. Sie schaffen eine Breitenwirkung die Social Media durch die verschiedenen technischen Barrieren in der breiten Bevölkerung nicht erreicht. Ein weiterer wichtiger politischer Platz, an dem Europa diskutiert wurde sind Wahlkampfstände, Veranstaltungen und Reden. Auch wenn diese häufig in sozialen Medien landen, ist es doch etwas anderes live ,anstatt auf Facebook oder Twitter zu kommentieren. Beides ist zwar anschlussfähig, aber so wie man von der Politik „Gesichter“ erwartet. Ist es auch bei den beteiligten Bürgern. Jemand der seine Meinung zeigt, wirkt (noch) glaubwürdiger, als derjenige der im Internet kommentiert.

Was von diesem Europawahlkampf bleibt ist die Einsicht, wie sehr die nationale Perspektive immer noch die Diskussion zu Europa prägt. Auch wenn viele mittlerweile nicht mehr so junge Menschen über Erasmus und andere EU-Programme gefördert wurden ist es immer noch so, dass die Öffentlichkeit „Angst um Deutschland“ zu haben scheint. Dass Deutschland den europäischen Binnenmarkt beherrscht, fast erdrückt, scheint die Ängste kaum einschränken zu können. Deutschland ist in den letzten Jahren so erfolgreich wie selten und profitiert von der Arbeit der EU. Dass sich dies selten in einem „Danke. Europa“ auswirkt ist schade. Es wäre dann noch mehr als das „Danke  Deutschland“ von Herrn Kermani – obwohl er die Brücke zwischen Asien und Deutschlands so schön beschrieben hat.

Links:

http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2014/04/ungenutzte-potenziale-die-facebook.html
http://www.adhibeo.de/2014/05/20/interview-zum-thema-wahlplakate-zur-europawahl-mit-wera-aretz/
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundestagswahl-2013/social-media-im-wahlkampf-das-unbequeme-netz/8362498.html

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