Der Brexit und die politische Kommunikation

Nun ist passiert, was sich viele politische Verantwortungsträger in Brüssel und den nationalen Regierungen nicht vorstellen konnten. Der Brexit. Es gibt einen Ausweg aus der EU – und die EU kann nichts dagegen tun.

Was bedeutet diese Exit-Entscheidung?
Zuerst einmal ist es ein Bruch mit der bisherigen Kommunikation der EU. Sie fühlte sich so oft missverstanden, nun zeigt sich, dass die Mehrheit der Briten in dem Missverstehen keinen weiteren Gesprächsbedarf sondern eine Abkehr sieht.

Im Sinne der politischen Kommunikation ist das Schweigen oder der Bruch eines Dialogs (egal in welchem sozialen Medium) sicher die Höchststrafe für eine gescheiterte Kommunikationsstrategie. Das Erklären der Vorteile der EU wird durch die Debattenstruktur in sozialen Netzwerken sicher noch… herausfordernder. Die EU muss etwas im Bewegtbild viel präziser ihren Mehrwert kommunizieren. Wenn die EU ihre friedlichen Eigenschaften kommunizieren will muss Sie dafür eine neue Bildsprache und eine breitere Kampagne arrangieren.

Was kann die EU besser machen?
Zuerst hat die EU das große Glück, dass etwa die Schotten ihre Abkehr von England mit der EU Bindung verknüpfen wollen. Hier votierten die Menschen mehrheitlich gegen den Brexit.
Abgesehen davon muss die EU näher an die nationalen Bevölkerungen heran. Die Verhandlungen für TTIP und die Tirade vom „friedlichen Europa“ dem die blinde Gefolgschaft gebührt muss aktualisiert werden. Insbesondere weil die sozialen Medien die EU zwingen werden „klare politische Mehrwerte des gemeinsamen Europas“ offen zu kommunizieren. Gerade die Griechen haben in sozialen Medien deutlich gemacht, wie sehr sie die EU (und Deutschlands Führungsrolle) kritisieren. Die Flüchtlingspolitik wiederum ist in den sozialen Medien zu einer Frage von Erdogans Presseerklärungen verkommen. Viele Menschen in Deutschland haben die flüchtenden Menschen aus dem Fokus verloren.

Was tun (im Sinne der politischen Kommunikation)?
Die EU muss die digitale Revolution in ihren politischen Entscheidungsprozessen stärker berücksichtigen. Europäisierungsprozesse sind danach zu bewerten, ob nationale Bevölkerungen diese überhaupt wollen. Es gibt viele Fragen, in denen Europaweite Petitionen zeigen, wie sehr die EU an den Realitäten der Bürger vorbei kommuniziert. Aus Sicht der politischen Kommunikation muss die EU in den nationalen Diskursen stärker ankommen. Die Rückkopplung an die eigentlichen Souveräne, die Nationalstaaten und ihre Bevölkerungen ist die zentrale Herausforderung. Erst dann kann die EU auch wieder politische Mehrwerte liefern, wenn Sie „bevor ihre Kommunikationsinhalte zurechtgebastelt wurden“ ZUHÖRT, was die Menschen von der EU erwarten. Dies könnte auch als europaweite Umfrage umgesetzt werden, über Facebook, Twitter und weiteren sozialen Medien.

Internationale Konzerne oder die UEFA schaffen das auch! So kann der Brexit auch etwas Gutes bringen (neben der Tatsache, dass die britischen Fußballer zur Zeit sehr erfolgreich sind).

http://www.politik-kommunikation.de/ressorts/artikel/briten-senden-schockwellen-durch-europa-615143691

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