Politische Kommunikation und die Lüge

Wahrheit und Lüge sind häufig genutzte Begriffe in der politischen Diskussion. Eine hohe Glaubwürdigkeit kann Wahlen entscheiden. Vom 22.-23. März beschäftigt sich die European Communication Converence ECC in München mit diesem Phänomen.

Politische Kommunikation beinhaltet, dass die Kommunikationarenen, in denen über „politische Inhalte verhandelt werden kann“ immer vielfältiger und auch technisch anspruchsvoller werden. Um die Wahrheit herausarbeiten zu können ist es wichtig die verschiedenen Strukturen von Lügen, etwa in Sozialen Netzwerken, zu beschreiben.

Ich habe drei Typen herausgearbeitet, die ich als Speaker auf der ECC in München vorstellen werde. 1) Die Fake News oder das Fake Profile; 2.) Veränderte Zahlen in allen Variationen (Page Likes, Beitragslikes, Kommentare, …) und 3.) die zur Zeit stark diskutierten Bots.

Die Unterscheidungen steigern sich von einfachen Botschaften, wie Fake News oder Profilen, über Likeoptimierung, die eine große Zahl an Fake Accounts erfordert, bis zum Bot, der in seiner Form sehr vielfältig und auch schwer zu identifizieren sein kann.

Die ECC findet im Nymphenburger Schloss in München statt. Meine Präsentation und die Diskussion findet am Donnerstag ab 11Uhr statt.

 

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Seien wir doch mal (politisch) ehrlich…

Vor einigen Jahren kursierte ein Tweet im Internet der sinngemäß behauptete „Political Communication means lying“. Mit Frau Hinz scheint hier wirklich ein Fall „aufzuschlagen“ für den dieser Tweet 30 Jahre lang zutraf. Die Beispiele von zu Gutenberg und anderen Politikern scheinen der These recht zu geben.
Trotzdem scheint diese These nicht auszureichen. Niklas Luhmann kodiert das politische System nach Macht und Ohnmacht als Leitunterscheidung nach der dann auch alle Dialoge und „Selbstreingungsprozess ausgerichtet werden.“ Es gibt also eine Systemebene, die das Agieren der einzelnen Politiker immer wieder zwingt gewisse Eigenschaften einzubringen, oder eben vorzutäuschen.
Ob wir glauben, dass das politische System ehrlich sei oder nicht, ist nach Luhmann übrigens nicht die Frage des politischen Systems sondern von „moralisierenden Beobachtern“ die ihre Perspektive in das politische System einspielen wollen (ohne deren Eigenlogik zu kennen).